10 Fakten über das Studium

Das Vorurteil, dass ein Studium hauptsächlich aus Party, Ferien und nur einem kleinen Teil aus Lernen besteht, hält sich immer noch wacker. Sicher gibt es Studiengänge wo das mehr oder weniger umsetzbar ist oder von Studenten umgesetzt wird, aber in meinem Studiengang und in meinem Fall ist es leider nicht so. Auch bei mir im Studiengang versteckt sich sicher der eine oder andere Überflieger, aber das ist nicht die Regel. Ich studiere nun seit 3 Jahren Medienwissenschaften und Kunstwissenschaften im 2-Fach-Bachelor und hab so schon einiges gehört. Besonders meine Studienbezeichnung lässt viele vermuten, dass das Studium doch ganz locker bewältigen lässt. Ich in meinem Fall studiere in Kooperation an einer Kunsthochschule und einer technischen Universität.  Somit ist mein Hauptfach zu 1/3 technisch und diese Fächer haben es ganz schön in sich.
In diesem Beitrag schreibe ich über 10 Fakten, die überhaupt nichts mit Party und viel Freizeit zu tun haben. Manche Dinge musste ich auch erst noch kennen und „lieben“ lernen. Natürlich  sollte man auch die positiven Dinge nicht außer Acht lassen.

1. Wir haben keine Semesterferien, sondern Vorlesungsfreie Zeit.
Das Wort Semesterferien habe ich nur vor meinem Studium benutzt, denn bereits nach dem 1. Semester wurde mir klar, viel Freizeit werde ich nicht haben. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Neben Klausuren, die meistens während der Vorlesungsfreien Zeit stattfinden, haben wir zusätzlich auch noch Hausarbeiten, die geschrieben werden wollen. Und sie die „Ferien“ genauso voll wie das Semester.

2. Heute Party? Ne, ich muss lernen!
Wie bereits erwähnt gibt es Studenten, die sich über mehr Freizeit freuen können und nicht selten treffen beide Gruppen aufeinander. Student A hat das Wochenende frei und fragt Student B, ob dieser/diese nicht Lust hat am Wochenende um die Häuser zu ziehen. Student B muss allerdings noch 5 Vorlesungen nach arbeiten und genauso viele noch vorbereiten, denn in der Woche ist einfach zu viel liegen geblieben. Zusätzlich ist am Dienstag noch ein Referat. So kommt es, dass Student B gequält antwortet: „Ne, ich kann leider nicht. Ich muss noch so viel machen“.
Wenn ich an einem Wochenende unbedingt etwas machen möchte, dann versuche ich mir diese Zeit freizuhalten. Das geht dann natürlich mit mehr Arbeit an den anderen Tagen einher, denn über zu wenig Arbeit kann ich mich weiß Gott nicht beschweren.

3. Studienzeit ist Sprachenzeit!
Sofern es der Stundenplan zulässt, ist das Studium bei uns auch eine gute Möglichkeit Dinge zu lernen die Spaß machen. Wir haben z.B. eine große Auswahl an Sprachen, die wir kostenlos belegen können. Neben zwei Englisch-Einheiten, die wir sowieso belegen müssen, haben wir auch noch eine Auswahl an anderen Sprachen, mit denen wir unseren Stundenplan zukleistern können und das ohne Mehrkosten. Was für ein verlockendes Angebot! Neben Sprachkursen haben wir natürlich auch noch verschiedene andere Kurse, die wir belegen und uns dann im Professionalisierungsbereich anrechnen lassen können. So habe ich beispielsweise einen Kurs für kreatives Schreiben belegt.

4. Studium die Zeit über sich hinauszuwachsen
Wenn ich die Schulzeit und die Ausbildungszeit mit der Studienzeit vergleiche wird mir klar, dass ich im Studium mit ganz anderen und höheren Hürden zu tun habe. Es ist anstrengend, aber auch Spannend zu gleich. Ich habe mich freiwillig für das Studium entschieden und will neues lernen, auch mal an meine Grenzen gehen und mich dann drüber freuen können, wenn ich wieder einen riesigen Berg erklommen habe.

5. Anschluss zu finden ist nicht immer ganz so einfach.
An einer Uni ist es nicht immer einfach in Kontakt zu kommen und Leute zu finden, mit denen man auch langfristig zu tun hat. Ich habe bereits vorher an einer kleinen Fachhochschule ein Studium begonnen und dort war erfahrungsgemäß deutlich einfacher mit anderen Studierenden in Kontakt zu treten. Was vielleicht nicht zuletzt an dem festgelegten Stundenplan und der kleineren Anzahl an Studierenden lag. Es ist nicht unmöglich Anschluss zu finden, aber es braucht manchmal länger. Wenn es jedoch geklappt hat, sind solche Menschen oft Gold wert, denn gemeinsam macht das Studium mehr Spaß und klappt deutlich einfacher. (mehr dazu unter Punkt 10)

6. Was ist ein Tagesrhythmus? Und welcher Tag ist heute überhaupt?
Am Montag beginnt die Uni um 10 Uhr und geht bis 16 Uhr. Am Dienstag beginnt die Uni um 8 Uhr und geht bis 14 Uhr. Am Mittwoch beginnt die Uni um 9 Uhr, von 13-14 Uhr ist Pause und weiter geht es bis 17 Uhr. Am Donnerstag beginnt die Uni erst um 14 Uhr und geht bis 20 Uhr. Aus der Schule und der Berufsausbildung vorher war ich an einen einheitlichen Tagesrhythmus gewöhnt. Doch jetzt ist gefühlt jeder Tag anders und das ist auch für die Körper ganz schön anstrengend.

7. Studium ist so anders als Schule oder Ausbildung
Neben dem Fakt der Selbstverantwortung (mehr dazu unter Punkte 9) ist der Umfang des Gelernten auch deutlich größer. Während ich in meinem Abi auf ca. einem dicken Ordner Lehrstoff, in der Ausbildung, in 3 Jahren, auf 3 Ordner gekommen bin, komme ich im Studium pro Semester auf 2-3 Ordnern. Damit will ich nicht sagen, dass Schule und Ausbildung nicht anstrengend sind, aber ein Studium ist eine andere Hausnummer.

8. Das Studium kann eine Gefühlsachterbahn auslösen
Mit Sicherheit spreche ich hier nicht für alle Studenten, jedoch trifft es auf viele die ich kenne zu. Wenn es mal wieder richtig stressig wird, kommt nicht selten das Gefühl der Überforderung und die Frage: „Warum tue ich mir das an?“ Oder die altbekannten Zweifel bezüglich der Prüfungen: „Schaffe ich die nächsten Prüfungen?“ „Was ist, wenn ich die Prüfungen auch beim dritten Mal nicht schaffe?“ Auch ich hatte schon diese Gefühle und hätte am liebsten alles hingeschmissen.  Ich treffe mich dann gerne mit einer Unifreundin und spreche über meine Bedenken, das hilft mir sehr.

9. Jeder ist seines Glückes Schmied.
Diese Tatsache kann man sowohl als positiv, als auch als negativ ansehen. Entweder du lernst und machst deine Vor- und Nachbereitungen oder eben nicht. Und wenn du zu wenig gelernt hast und nicht bestehst bist du dafür selbst verantwortlich. Was ich damit sagen will, im Studium steht niemand neben dir und achtet darauf, dass du deine Sachen erledigt hast. Es gibt keine Hausaufgabenkontrolle wie in der Schule und falls doch einmal eine Kontrolle für etwas stattfindet, hat man eben die Vorgaben nicht erfüllt und hat sich damit im schlimmsten Fall ein Ungenügend oder besser bekannt als 5,0 gesichert. Eigene Verantwortung bedeutet also Freiheit selbst zu bestimmen, wann man lernt und ob man zu den Vorlesungen geht (Es gibt bei uns gelegentlich auch Kurse mit Anwesenheitspflicht, aber auch da ist man selbst verantwortlich nicht zu oft zu fehlen) oder eben nicht.

10. Kommilitonen als Seelenverwandte und Gleichgesinnte.
Wenn man die richtigen Leute gefunden hat, kann ein Studium richtig Spaß machen. Mit den richtigen Menschen kann man zusammen lernen, schwere Prüfungen meistern, zusammen lachen, sich über Erfolge freuen, über Niederlagen trauern und zuversichtlich einen neuen Versuch starten. Im Studium trifft man im besten Fall viel einfacher auf Menschen mit gleichen Interessen und Ansichten. Anders als man es von der Schule gewohnt ist, denn da sind die Gruppen oft viel gemischter.

Ich hoffe, ich konnte mit dem Blogpost einen kleinen Einblick geben. Manche der Punkte sollte man natürlich mit etwas Humor sehen. Nicht alles ist so schlimm, wie es vielleicht klingt. Wie eigentlich alles im Leben, hat auch ein Studium seine schönen und weniger schönen Seiten.

Welche Erfahrungen hast du in deinem Studium gemacht und mit welchen Vorurteilen wurdest du schon konfrontiert?

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16 comments

  1. Liebe Verena,

    vielen Dank für Deinen ehrlichen Post. Ich bin selbst Studentin und finde es immer wieder schade, mit welchen Vorurteilen gegen uns Studenten gearbeitet wird. Wir können am Wochenende nicht einfach Party machen, ohne dabei die Uni zu vernachlässigen und das vergessen viele. Du hast mir und sicherlich auch anderen Gleichgesinnten aus der Seele gesprochen. Ich finde es wunderbar, dass Du mit Irrtümern im Studium aufräumst und anderen damit einen unverblümten Blick hinter die Kulissen des Studiums bietest.

    Mach weiter so, ich schätze Deinen Blog sehr.

    Liebe Grüße
    Caro

    1. Liebe Caro,
      danke für deinen so lieben Worte und dass du deine Gedanken mir mir geteilt hast. Es freut mich, dass dir der Beitrag so gut gefallen hat.

      Liebe Grüße,
      Verena

  2. Ein Studium ist tatsächlich kein zuckerschlecken und es gehört neben der andauernden Motivation natürlich viel Selbstdisziplin dazu, was sich spätestens bei der Jobsuche auch lohnt. Ich wünsche dir auf jeden Fall noch weiterhin viel Erfolg!
    LG Serena

    1. Liebe Serena,
      danke für die lieben Worte. Ich nehme den Stress gerne auf mich, weil ich ja weiß wofür ich es mache und dass die stressige Studienzeit auch mal zu Ende ist. Später im Berufsleben wird es mit Sicherheit auch nicht immer einfach. Ich wünsche dir auch alles Liebe und Gute für deine weiteren Vorhaben.

      Liebe Grüße,
      Verena

  3. Liebe Verena,
    ein sehr cooler Blogpost. Glaub mir, im Nachhinein wird man trotzdem feststellen, dass es eine der tollsten Zeiten im Leben war. 🙂 Mir ging es nämlich ganz genauso. Im Nachhinein würde ich aber sofort nochmal alles auf mich nehmen. 🙂
    <3 Kathi
    http://www.KATEFULLY.com

    1. Liebe Kathi,
      danke für die lieben Worte. Du hast vollkommen recht. Auch wenn ich froh bin, dass ich es bald geschafft habe, bin ich auch jetzt schon etwas traurig. Ich werde mit Sicherheit einige Dinge vermissen. Auch werde ich die ganzen tollen Menschen nicht mehr so oft sehen. Ähnlich wie es nach dem Abi ist, werden auch nach dem Studium viele in verschiedene Richtungen umziehen um dann z.B. ihren Traumjob ausüben zu können.

      Liebe Grüße,
      Verena

  4. Ich finde mich auf jeden Fall in deinem Beitrag wieder, vor allem was der Begriff Alltag und Zeit angeht. Kleiner Tipp noch, man kann den Text schwer lesen, da die Schrift zu hell ist.

    1. Hey Larissa,
      danke für deine lieben Worte und natürlich auch für den Hinweis, ich werde mir das mal anschauen und korrigieren.

      Liebe Grüße,
      Verena

  5. Liebe Verena, was für ein schöner Beitrag! Ich unterschreibe alles! Mir ging es in meinem Studium genauso – ein Auf und Ab, chaotische Tagesabläufe, Parties und Nebenjob und möglichst viele Extra-Angebote mitnehmen. Studium ist echt eine verrückte Zeit. Von Außen sieht das alles so locker flockig aus, ist es aber gar nicht. Jetzt ein Jahr nach meinem Master muss ich aber sagen, dass ich diese Zeit um nichts auf der Welt missen möchte!!
    Liebe Grüße,
    Julie
    https://juliesdresscode.de

    1. Liebe Julie,
      danke für deine ehrlichen Worte. Ich stehe ja gerade mehr oder weniger kurz vor dem Ende und bin natürlich froh, wenn ich es endlich geschafft habe. Ich blicke aber auch jetzt schon gerne zurück auf die vergangene Zeit. Immer mir einem weinenden Auge und mit einem lachenden Auge. Wie du es richtig sagst, ist es eine verrückte Zeit. Verückt schön und verrückt schrecklich.

      Liebe Grüße,
      Verena

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